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    Perspektive der Pyroindustrie: Unsere Verbandspositionen

Perspektive der Pyroindustrie: Unsere Verbandspositionen

Als Verband der pyrotechnischen Industrie ist Feuerwerk für uns eine Passion – und unser tägliches Brot. Trotzdem stellen Sie sich vielleicht die Frage, wie wir eigentlich die aktuelle Feinstaubdebatte bewerten. Wie wir unsere Rolle im Klimadiskurs sehen. Oder welche Themen wir – auch gemeinsam mit der Politik – vorantreiben wollen?

Auf all das und noch viele weitere Themen, die unsere Branche betreffen, haben wir eine Antwort parat und vertreten Meinung und Einstellungen der pyrotechnischen Industrie.

Illegales Feuerwerk

Vorwort

In Deutschland verbotene Feuerwerkskörper, die eventuell sogar legal im Ausland erworben wurden und nach Deutschland eingeführt werden, sind im Wesentlichen für die zu Silvester verursachten Verletzungen verantwortlich. Dies liegt zum einen an den deutlich gefährlicheren Inhaltsstoffen und ggf. sogar an der teils unzulänglichen Verarbeitung. Diese Feuerwerkskörper können im europäischen Ausland aufgrund einer anderen Gesetzgebung sogar legal erworben und verwendet werden. In Deutschland sind diese aber nicht erlaubt. Zudem sind es genau diese illegal eingeführten Feuerwerkserzeugnisse, die alljährlich von Menschen als „zu laut“ kritisiert werden. Die pyrotechnische Branche in Deutschland hält entsprechende Standards gemäß des Deutschen Sprengstoffgesetzes ein. Dazu gehört der Grenzwert von 120 Dezibel (A, Imp.) in einer Entfernung von acht Metern. Der überwiegende Anteil der in Deutschland vertriebenen Feuerwerkskörper unterschreitet diese Grenze deutlich.

Das Strafmaß bei Nichteinhaltung geltender Gesetze zur Einfuhr und zum Umgang mit nicht zertifizierten Feuerwerkskörpern wird von den einzelnen Bundesländern geregelt.

Stärkere Ahndung bei der Einfuhr von illegalem Feuerwerk

Der Verband der pyrotechnischen Industrie begrüßt das in vielen Bundesländern vorhandene Strafmaß für den Einsatz von illegalem Feuerwerk. Illegales Feuerwerk überschreitet gesetzliche Grenzwerte, es ist lauter, schmutziger und gefährlicher. Deshalb verurteilen wir es aufs Schärfste.

Aus diesem Grund wünscht sich der VPI eine Ausweitung der Kontrollen an den innerdeutschen Grenzen – vor allem um die Neujahrstage herum. Die entsprechenden Behörden müssen die Einfuhr illegaler Feuerwerkskörper stärker überwachen und rechtlich ahnden, um deren Nutzung zu erschweren und damit auch das Verletzungsrisiko innerhalb der Gesamtbevölkerung zu minimieren.

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Kalte Pyrotechnik

Vorwort

In der Saison 2017/2018 kamen durch den Gebrauch von pyrotechnischem Material in den ersten drei Ligen insgesamt 53 Personen (von 21 Millionen Zuschauern) zu Schaden. Zwar ist die Pyrotechnik in Stadien bei Weitem nicht der Hauptgrund für Verletzungen von Einsatzkräften, Fans und Ordnern. Dennoch besteht aber durch den laienhaften Einsatz von Bengalos und anderweitig dort eingesetzter Pyrotechnik ein Verletzungsrisiko.

Im Juni 2019 hat die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen dazu eine „KleineAnfrage“ an die Bundesregierung zum Thema „Alternativer Umgang mit Pyrotechnik in Fußballstadien“ gestellt. Darin verweisen die Anfragesteller darauf, dass in ausländischen Stadien zunehmend Modellprojekte initiiert werden, beispielsweise der Gebrauch der sogenannten „Kalten Pyrotechnik“. Die Bundesregierung verweist in ihrerAntwort darauf, dass sie auch dem Einsatz der „kalten Pyrotechnik“ in Stadien ablehnend gegenübersteht. „Auch im öffentlichen Raum außerhalb von Stadien, insbesondere in größeren Gruppen von Menschen, wie beispielsweise Fanmärschen, ist die Gefährdungslage vergleichbar mit der in Fußballstadien“, heißt es wörtlich in der Antwort der Bundesregierung. Zur Begründung heißt es: „Begründet wird die ablehnende Haltung gegenüber „Kalter Pyrotechnik“ damit, dass von dieser ebenfalls Gefahren ausgehen würden: „Durch die auch bei „Kalter Pyrotechnik“ noch vorhandene Flammentemperatur von i. d. R. über 200° C bis 500° C ist auch bei deren Verwendung durch Zuschauerinnen und Zuschauer in Fußballstadien von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer Gefährdung umstehender Personen durch z. B. Beschädigung von Kleidung oder gar Verletzungen durch Verbrennungen auszugehen. Die Temperatur der Flammen/Effekte bzw. die Erhitzung der Gegenstände selbst ist aber nur eine der möglichen Gefährdungen.“

Kalte Pyrotechnik ist nicht die Lösung

Der Verband der pyrotechnischen Industrie und seine Mitgliedsunternehmen mitsamt ihren Experten sehen die Anwendung von Kalter Pyrotechnik in Stadien kritisch. Denn trotz der zunächst geringeren Flammentemperatur von 200 bis 500 Grad Celsius besteht bei unsachgemäßem Gebrauch weiterhin Gefahr für umherstehende Personen.

Tendenziell begrüßen wir die von Bündnis 90/Die Grünen angestoßene Debatte über den Umgang mit Pyrotechnik in Stadien. Unsere Expertenmeinung ist es jedoch, dass die Kalte Pyrotechnik nicht zu einer erhöhten Sicherheit beitragen wird. Es sollte stattdessen darüber nachgedacht werden, kontrolliert Bühnenpyrotechnik durch professionelle Pyrotechniker abbrennen zu lassen. Vereine und Verbände orientieren sich bei diesem Vorgehen an bereits bestehenden Standards, die es schon seit Jahrzehnten bei Großveranstaltungen gibt.
Aus Sicherheitsaspekten ist mit Blick auf die Temperatur der Kalten Pyrotechnik folgendes zu beachten:

  • Bereits ab einer Temperatur von 45 Grad Celsius können Verbrennungen ersten Grades auftreten. Die Haut beginnt in diesem Stadium bereits zu „schmoren“.

  • Öl aus einer Fritteuse erreicht eine Temperatur von bis zu 200 Grad Celsius. Bereits innerhalb von Sekundenbruchteilen können dabei schwere Schäden auf der Haut entstehen. Eine Verbrennung dritten oder gar vierten Grades – auch in Verbindung mit einer Sepsis – ist möglich.

  • Glut und Rost können beim Grillen bis zu 500 Grad Celsius heiß werden. Binnen weniger Sekunden können Verbrennungen dritten oder vierten Grades aufkommen.

    Festzustellen ist, dass auch bei der durch die Namensgebung suggerierten „kalten“Pyrotechnik noch Verbrennungen aufkommen können, die dem Menschen schwere Verletzungen zufügen können. Ein großes Problem beim Abbrennen solcher pyrotechnischen Gegenstände – die sich übrigens signifikant von Feuerwerkskörpern, die bspw. zu Silvester gebraucht werden, unterscheiden – sind die fehlenden notwendigen Sicherheitsabstände innerhalb der Stadien. Dort wo Menschen dicht an dicht drängen, sollten keine Bengalos abgebrannt werden.

    Gleichwohl sieht der Verband der pyrotechnischen Industrie Möglichkeiten, mit denen die Fans durch die eingesetzte Pyrotechnik weiterhin Emotionen, Zusammenhalt und Vereinsliebe ausdrücken können:

  1. Wir plädieren dafür, dass Politik, Verbände, Behördensowie Vereins-und Fanvertreter die gemeinsamen Gespräche wieder aufnehmen, um eine einvernehmliche Lösung zu erzielen.

  2. Möglich wäre ein zentrales, professionelles Feuerwerk zu Beginn der Fußballspiele, welches durch die Vereine im Zusammenspiel mit den Fan- Vertretern organisiert und durch die Hand von pyrotechnischen Experten gezündet wird.

  3. Die Fankultur sollte berücksichtigt werden: Das Feuerwerk kann als Element der Choreografien gestalterisch und zeitlich geplant werden.

  4. Das Feuerwerk würde damit zu einem zentralen Element des Spiels, des Ausdrucks der Vereinsliebe und zu einem weiteren Höhepunkt jedes Spiels.

  5. Die Pyrotechnik würde sowohl alteingesessenen als auch jungen Fans (Familien) einen Mehrwert bieten – nicht zuletzt durch einen gestärkten Gemeinschaftssinn, der auch zu einer harmonischen und gewaltfreieren Atmosphäre beiträgt.

  6. Für die pyrotechnischen Einlagen könnten spezielle Sicherheitsbereiche abseits der Tribünen geschaffen werden, um die notwendige Sicherheit zu garantieren.

  7. Der Einsatz der Pyrotechnik auf diese Weise ist bereits staatlich geregelt und unterliegt den gleichen Regularien wie beispielsweise bei Großveranstaltungen. Sicherheit ist hier ein wesentlicher Aspekt.

Als Sprachrohr für 21 Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Silvester-, Groß- und Bühnenfeuerwerken verfügt der Verband der pyrotechnischen Industrie über die notwendige Expertise, alle Akteure in dem Prozess des Dialogs und der Entscheidungsfindung zu beraten. Gerne stehen wir daher für Gespräch mit allen Vertretern zur Verfügung.

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Umgang mit Feuerwerk

Vorwort

Wo Leichtsinn ist, kann es gefährlich werden – das gilt auch für den Umgang mit Feuerwerkskörpern. Feuerwerk dient einer schönen Tradition und soll Freude bringen. Das funktioniert nur dann, wenn damit ein verantwortungsvoller Umgang gepflegt wird – im Sinne seiner eigenen Gesundheit und der anderer.

Für die Nutzung von Feuerwerk existieren entsprechende Richtlinien, die das Sprengstoffgesetz vorgibt. Das Sprengstoffgesetz der Bundesrepublik Deutschland regelt neben dem Vertrieb sowie der Ein- und Durchfuhr von explosionsgefährlichen Stoffen und Zubehör in Deutschland auch den Umgang mit den Feuerwerkskörpern, die teils ganzjährig, teils zu Silvester und teilweise nur von pyrotechnischen Experten verwendet werden dürfen.

Oberstes Gebot ist, sich selbst und andere nicht zu gefährden

Der Verband der pyrotechnischen Industrie begrüßt die Regelung des Sprengstoffgesetzes für den Umgang mit Feuerwerk, mit der ein bundesweiter Rahmen für eine sichere Handhabe gegeben ist, um Missbrauch zu unterbinden.

In diesem Zusammenhang wünschen wir und auch eine Ausweitung der Kontrollen an den innerdeutschen Grenzen um die Neujahrstage herum. Wir weisen an dieser Stelle auf unser Positionspapier zum Thema Illegales Feuerwerk hin.

Darüber hinaus plädiert der VPI für Eigenverantwortung im Umgang mit pyrotechnischen Produkten und für einen gesunden Menschenverstand. Dabei lassen wir die Gesellschaft im Umgang mit Feuerwerk nicht allein: Wir klären in unserer Funktion über unsere Produkte auf und geben Ratschläge, wie man diese sicher nutzt. Oberstes Gebot ist dabei, sich selbst und andere nicht zu gefährden:

  • Mit Feuerwerkskörpern zu hantieren, bedarf Reife und Verantwortung – egal in welcher Lage sich die Person befindet, ob sie Alkohol zu sich genommen hat, nüchtern ist, oder in Feierstimmung.
  • Feuerwerk ist keine Waffe: Es darf niemals gegen Menschen oder Tiere gerichtet werden, sondern gilt einzig und allein dem Zweck, positive Gefühle zu erzeugen und schöne Momente zu schaffen.

Feuerwerkskörper sind in Kategorien eingeteilt, legales Feuerwerk ist zudem entsprechend gekennzeichnet. Wir sprechen uns mit Nachdruck dafür aus, bereits beim Kauf von Feuerwerk mögliche Altersgrenzen zu berücksichtigen und die Feuerwerksartikel nur entsprechend ihrer Anwendungsgebiete nach Kategorien zu nutzen.

Die Mitgliedunternehmen des VPI sorgen dafür, dass die von ihnen vertriebenen Produkte entsprechend gekennzeichnet sind. Zusätzlich tragen unsere Feuerwerksartikel ein VPI-Zeichen, an dem der Käufer legales, zugelassenes und sicheres Feuerwerk erkennt.

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