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  • VPI – der Interessenverband der Pyroindustrie

    Pressemeldungen des VPI

Tierschutz braucht Fakten, Augenmaß und faire Abwägung

VPI fordert bei Großfeuerwerken an Gewässern transparente, artspezifische Prüfung statt pauschaler Schlagworte

Ratingen, 23. Juni 2026 | In der Debatte um Großfeuerwerke an Gewässern fordert der VPI eine sachliche, transparente und artspezifische Abwägung. Wenn Natur- und Artenschutz, sensible Bruträume oder der Schutz von Wasservögeln als Argumente gegen ein professionelles Großfeuerwerk angeführt werden, muss nachvollziehbar sein, welche Arten konkret betroffen sind, welcher Schutzstatus einschlägig ist und welche Auswirkungen fachlich belastbar belegt sind.

Feuerwerk kann Tiere stören. Gerade deshalb braucht es Präzision statt pauschaler Zuspitzung. „Wer mit Tierschutz argumentiert, muss sauber zwischen kurzfristiger Störung, möglichem Risiko und nachgewiesenem Schaden unterscheiden“, sagt Thomas Schreiber, Vorsitzender des VPI. „Aus dem Hinweis, dass Feuerwerk Tiere stressen kann, folgt nicht automatisch, dass ein professionelles, planbares und behördlich geprüftes Großfeuerwerk im Einzelfall unvertretbar ist. Entscheidend ist, welche Art betroffen ist, wo Brut- oder Ruheplätze liegen, welche Distanz zum Abbrennort besteht und welche Wirkungen vor Ort belastbar nachgewiesen sind.“

Besonders sorgfältig muss die Argumentation dort sein, wo in der öffentlichen Debatte pauschal auf „Wasservögel“ verwiesen wird. Eine solche Sammelbezeichnung reicht für weitreichende Einschränkungen nicht aus. Entscheidend ist, ob tatsächlich sensible Arten, konkrete Brutplätze oder besonders geschützte Ruhezonen betroffen sind – oder ob allgemein auf Arten verwiesen wird, die an vielen Gewässern längst etablierte Bestände bilden und andernorts selbst Gegenstand von Management-, Vergrämungs- oder Nutzungskonflikten sind. Gerade bei weit verbreiteten Gänsearten zeigt sich diese Ambivalenz deutlich. Kanadagänse und Nilgänse werden in vielen Kommunen nicht nur als Wildtiere wahrgenommen, sondern auch als Auslöser konkreter Nutzungskonflikte – etwa wegen Verkotung von Liegewiesen, Wegen, Spielplätzen, Badebereichen oder landwirtschaftlichen Flächen. In solchen Fällen ist eine pauschale Berufung auf „Wasservögel“ fachlich zu grob. Sie ersetzt weder die artspezifische Prüfung noch die Frage, ob mildere Mittel wie größere Abstände, angepasste Abbrennorte, zeitliche Anpassungen oder fachliche Begleitung ausreichen.

Für solche Arten sind Managementmaßnahmen ausdrücklich vorgesehen. Das bedeutet nicht, Tierschutz kleinzureden. Es bedeutet aber sehr wohl: Wer eine Art in einem Zusammenhang als Problem managt, sollte besonders sorgfältig begründen, wenn dieselbe Art in einem anderen Zusammenhang pauschal als Ausschlussargument gegen eine Kulturveranstaltung herangezogen wird. „Es kann nicht sein, dass dieselben Arten an einem Ort vergrämt, reguliert oder als Nutzungskonflikt behandelt werden und an anderer Stelle pauschal als Argument gegen ein professionelles Großfeuerwerk dienen. Tierschutz braucht Glaubwürdigkeit. Glaubwürdigkeit entsteht durch gleiche Maßstäbe, konkrete Daten und eine verhältnismäßige Abwägung.“

Eine traditionsreiche Kulturform sollte deshalb nicht auf Grundlage von Sammelbegriffen oder Schlagworten aus dem öffentlichen Raum gedrängt werden, sondern nur auf Basis einer nachvollziehbaren, artspezifischen und rechtlich tragfähigen Abwägung. „Tierschutz ist zu wichtig für Symbolpolitik“, sagt Schreiber. „Wer Tiere schützen will, muss genau hinsehen: Welche Art? Welcher Ort? Welche konkrete Gefährdung? Welche mildere Maßnahme? Nur so entstehen Entscheidungen, die fachlich belastbar, rechtlich tragfähig und gesellschaftlich akzeptiert sind.“ Professionelle Großfeuerwerke verdienen dieselbe differenzierte Prüfung wie andere Nutzungen des öffentlichen Raums auch – weder pauschale Verharmlosung noch pauschale Vorverurteilung.

Zum Verband IDer Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) ist der Zusammenschluss von 23 (teils assoziierten) Mitgliedsunternehmen aus Deutschland. Der VPI betreut Hersteller von Silvester-, Groß- und Bühnenfeuerwerken sowie Hersteller von pyrotechnischer Munition aus dem gesamten Bundesgebiet.

Pressekontakt: Klaus Gotzen, Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI)
An der Pönt 48, 40885 Ratingen, Telefon: 02102 / 186 200 E-Mail: info@feuerwerk-vpi.de