Verband der pyrotechnischen Industrie sieht wichtige Weichenstellung im Kampf gegen Schwarzmarkt, Schmuggel und kriminellen Missbrauch
Ratingen, 06. Mai 2026 | Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) begrüßt die angekündigten Vorhaben der Europäischen Kommission zur Überarbeitung der europäischen Feuerwerksvorschriften und die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen im Kampf gegen den illegalen Handel mit Großfeuerwerk. Für den VPI sind beide Entwicklungen ein wichtiges Signal: Illegales Feuerwerk ist längst kein nationales Randproblem mehr, sondern eine grenzüberschreitende Herausforderung für Polizei, Zoll, Justiz, Behörden und die legal arbeitende pyrotechnische Branche.
„Illegales Feuerwerk ist kein Spaß, sondern eine Bedrohung für Leib und Leben. Deshalb ist es richtig und überfällig, dass die europäische Ebene das Thema jetzt mit Nachdruck angeht“, sagt VPI-Vorsitzender Thomas Schreiber. „Wer den Schwarzmarkt austrocknen will, muss dort ansetzen, wo illegale Ware entsteht, gehandelt, verschickt, gelagert und über Grenzen transportiert wird. Genau dafür braucht es mehr europäische Zusammenarbeit, bessere Rückverfolgbarkeit und wirksame Kontrollen.“
Nach Berichten aus den Niederlanden will die Europäische Kommission im kommenden Jahr neue Vorschläge für europäische Feuerwerksvorschriften vorlegen. Hintergrund sind wachsende Sorgen über den kriminellen Missbrauch von illegalem Großfeuerwerk mit Blitzknallsatz, das unter anderem für Sprengstoffanschläge, Angriffe auf Einsatzkräfte oder Geldautomatensprengungen genutzt wird. Auch die niederländisch-nordrhein-westfälische Zusammenarbeit setzt genau hier an: beim illegalen Handel, bei Lagerung, Transportwegen und den Netzwerken hinter diesen Produkten.
Der VPI weist seit Jahren auf die Gefahren illegaler Pyrotechnik hin. Bereits 2022 hat der Verband den Arbeitskreis gegen illegales Feuerwerk (AGIF) ins Leben gerufen. Dort bündeln Experten aus der pyrotechnischen Industrie ihr Wissen, um Behörden, Politik und Sicherheitsorgane beim Kampf gegen illegales Feuerwerk zu unterstützen.
„Wir sehen seit geraumer Zeit, dass der Markt für illegale Produkte wächst – nicht zuletzt über dubiose Online-Kanäle und grenzüberschreitende Vertriebswege“, sagt VPI-Vorstand Richard Eickel. „Deshalb begrüßen wir ausdrücklich, dass die Niederlande, Nordrhein-Westfalen und die EU-Kommission jetzt stärker gemeinsam handeln wollen. Der Kampf gegen illegales Feuerwerk kann nur gelingen, wenn nationale Maßnahmen und europäische Regelungen ineinandergreifen.“
Dabei geht es dem VPI auch um eine klare Unterscheidung: Legal zugelassenes Feuerwerk für den deutschen Markt unterliegt strengen Vorgaben, Prüfungen und Kennzeichnungspflichten. Illegale Produkte, falsch deklarierte Ware, verbotene Importe oder pyrotechnische Gegenstände, die nur von Fachleuten verwendet werden dürfen, stellen dagegen ein erhebliches Risiko dar.
„Wir dürfen legales, geprüftes Feuerwerk nicht mit illegalen Sprengkörpern in einen Topf werfen“, betont VPI-Vorstand Michael Kandler. „Wer Menschen gefährdet, Einsatzkräfte angreift oder illegale Knallkörper schmuggelt, missbraucht Pyrotechnik. Dagegen braucht es klare Kante, mehr Kontrolle und eine engere Zusammenarbeit zwischen Behörden, Plattformbetreibern, Zoll, Polizei und der Branche.“
Der VPI bietet an, die neuen nationalen und europäischen Bestrebungen tatkräftig zu unterstützen – mit technischem Know-how, Marktkenntnis und der Expertise des AGIF. Aus Sicht des Verbandes gehören dazu ein konsequenteres Vorgehen gegen illegale Online-Angebote, die Nutzung von Feuerwerkspässen, engere Zusammenarbeit im Grenzraum sowie eine klare Abgrenzung zwischen professioneller, erlaubnispflichtiger Pyrotechnik und verbotener Abgabe an Verbraucherinnen und Verbraucher.
„Wir wollen, dass Feuerwerk sicher bleibt, dass Missbrauch verhindert wird und dass diejenigen gestoppt werden, die aus illegaler Pyrotechnik ein kriminelles Geschäftsmodell machen.“
Zum Verband IDer Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) ist der Zusammenschluss von 23 (teils assoziierten) Mitgliedsunternehmen aus Deutschland. Der VPI betreut Hersteller von Silvester-, Groß- und Bühnenfeuerwerken sowie Hersteller von pyrotechnischer Munition aus dem gesamten Bundesgebiet.
Pressekontakt: Klaus Gotzen, Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI)
An der Pönt 48, 40885 Ratingen, Telefon: 02102 / 186 200 E-Mail: info@feuerwerk-vpi.de

